Sonnendeck

Fühle dich eingeladen, dich nieder zu lassen. Auf dem Holzdeck über dem Fluß. Sitze, liege – auch wenn die Sonne nicht durch das Blätterdach hindurchdringt. Fühle dich innerlich, wie auf einem Sonnendeck und lasse vorbei ziehen: Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Bilder … und verweile. Schau dem Wasser beim beständigen Fließen und sich Verändern zu.

Platons Zitat „Panta rhei“ ist die knappste Formulierung von Heraklits Flusslehre: Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln. Und doch spiegelt dieses Zitat nur einen Teilbereich dessen wider, was Heraklits Flusslehre besagt. Neben der Bejahung der Vergänglichkeit liegt in der Flusslehre die primäre Welterfahrung im fortwährenden Stoff- und Formwechsel. Sie ist eine Metapher für die Prozessualität der Welt. Das Sein ist das Werden des Ganzen. Das Sein ist demnach nicht statisch, sondern als ewiger Wandel dynamisch zu erfassen. Doch hinter, und zugleich in dem unaufhörlichen Fluss steht die Einheit: Einheit in der Vielheit und Vielheit in der Einheit. Ganzes und Nichtganzes – Zusammengehendes und Auseinanderstrebendes – Einklang und Missklang – aus Allem Eins – aus Einem Alles. Wer in denselben Fluss steigt, dem fließt anderes und wieder anderes Wasser zu – Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht – Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. (vgl. Wikipedia)

Aufbrechen zu neuen Ufern
Am Ufer sitzen.
Wellen auf ihrer Reise begleiten.
Träume mitschicken.
In die Ferne.

Füße im Wasser kühlen.
Spiegelbild betrachten.
Ganz bei mir sein.
Schweigen.
Die Seele Gott hinhalten.

Kraft schöpfen.
Stille atmen.
Aufbrechen zu neuen Ufern.

Katja Mahnke