Waldquelle

Wo ist für dich die Quelle. Die Quelle in dir. Die Quelle des Lebens. Die Anbindung an Kraft, Intuition, Inspiration. An das Leben.

Auszüge aus einem Interview von Deutschlandfunk mit Friedhelm Mannekes, Professor, Jesuit und katholischer Priester – einer von Joseph Beuys‘ Weggefährten.

„Gerne wird der Künstler als seltsamer Provokateur abgestempelt, der in einer mythologisch aufgeladenen Eigenwelt aus Filz, Fett und toten Tieren lebt. Doch seine sogenannten Provokationen sind nicht Selbstzweck, sondern eingebettet in ein Weltbild, das auf der Einheit von Mensch, Gesellschaft und Natur besteht.

„Das ist doch wichtig, dass etwas hervorgerufen wird. Provokation heißt hervorrufen. Wenn etwas hervorgerufen wird, ist das an sich schon ein Auferstehungsprozess.“

Beuys sieht den Menschen als verletzliches Wesen, das genau wie die Gesellschaft der Heilung bedarf. Spiritualität ist für ihn eine Schlüsselkraft im Prozess der Heilung, die dem Menschen nach Beuys heute kein Gott mehr abnehmen kann.

Friedhelm Mennekes sagt: „Wenn er fragt als Künstler: was verstehe ich unter Religion, dann ist es eigentlich für ihn eine Weise, Heilung in Gang zu setzen.“

„Letztlich geht es darum, dass der Mensch zueinander ein solches Verhältnis hat, dass man auch über Wunden spricht und nicht nur über Siege, sondern dass man sensibel wird nach innen und zu dem, was unsere Ängste prägt, dass wir uns von daher öffnen, dass der Mensch mit dem Menschen menschlich spricht. Zeige deine Wunde! Werde so intim, dass du so viel Vertrauen hast, darüber zu sprechen und sie zu zeigen, weil genau in solchen Gesten liegt schon die Umkehr des Schmerzes, nämlich der Trost und vielleicht auch die Heilung.“

Friedhelm Mennekes: „Und natürlich, dann kommt er dazu, dass er selbst die Religion wie von der Natur gemacht versteht; und es ist ja das Wachsen und das Werden. Aber bevor es wächst und wird, kommt die Geburt, das Schenken des Lebens, das Leben selbst, das Erleiden des Lebens, das Heilen des Lebens und am Ende die Überwindung des Lebens im Tod.“

Für Beuys war die gesamte Natur: Tiere, Pflanzen, Mineralien geistig-spirituell aufgeladen. In seinen Zeichnungen, Installationen und Performances spielen Naturkräfte und Tiere wie Hirsche, Hasen oder Bienen eine große Rolle.